Keine klinischen Fakten – sondern echte Worte. Zum Identifizieren, Verstehen und Raum geben.
Wie fühlt sich eine Depression wirklich an?
Kennst du das Gefühl, wenn du vor Stress und Traurigkeit einfach nur noch schlafen willst?
Wenn schon der kleinste Kraftakt dich so viel Energie kostet, dass du dir selbst blöd vorkommst?
Zähneputzen fühlt sich an wie ein Marathon. Der Haushalt bleibt liegen. Und in deinem Kopf drehen sich die Gedanken wie in einer Endlosschleife.
Und dann bist da du –
in deiner verletzlichsten und unschuldigsten Form.
Du stehst da wie eingefroren, versuchst den Gedanken ein Bein zu stellen, aber sie kommen immer wieder zurück.
Was bleibt? Bei mir war’s: schlafen. Schlafen, schlafen, schlafen.
Hätte ich wenigstens Astral Projection gekonnt, hätte ich wenigstens noch was Cooles erlebt.
Aber so war Schlaf nur eins: Flucht.
Ich hab die Not zu handeln einfach ausgeschaltet.
Klar, Probleme kommen immer – mal mehr, mal weniger. Aber wie wir damit umgehen, liegt bei uns.
Und mein Umgang? War alles andere als hilfreich.
Ich hab mich isoliert. Ich wollte das Gefühl von Traurigkeit und Leere im Schlaf ersticken –
was natürlich nie funktioniert hat.
(Huch, wer hätte das gedacht?)
Der Punkt, an dem sich was ändern muss, fühlt sich so verdammt weit weg an –
als müsste man mit Lichtgeschwindigkeit hinreisen.
Und das macht noch trauriger.
Wann wird es endlich besser für mich?
Warum muss ich immer so leiden?
Wieso bin ich so emotional? So sensibel?
Bin ich zu viel?
BIN ICH ZU VIEL?
Diese Fragen umklammern meine Gedanken wie Schlingpflanzen.
Die Angst steigt, Panik kommt, der Körper zittert –
weil die Dämonen der Vergangenheit die Angst um die Zukunft noch verstärken.
Und in so einem Moment ist es verdammt schwer, Kontrolle zu behalten –
wenn man sie überhaupt jemals hatte.
Ich kenn das alles zu gut.
Tage-, wochenlange Isolation.
Der Haushalt kriegt schon Beine. Das Geschirr stapelt sich wie ein Weltmeister.
Ghosting – nicht weil man’s will, sondern weil man’s nicht kann.
Anrufe, die man nicht annehmen kann, weil man sich schämt.
Weil man sich irgendwie… falsch fühlt.
Aber weißt du was?
Das alles musst du nicht durchmachen.
Das Leben, das du bis hierhin gelebt hast, war geprägt von Menschen, die dir bestimmte Verhaltensmuster beigebracht haben.
Es sind nicht deine eigenen Gedanken – es sind erlernte Überlebensmechanismen.
Das ist nicht deine Essenz.
Und trotzdem: Diese Gedanken verfolgen dich heute noch.
Der Weg da raus?
Nicht leicht – aber du bist es wert.
Wert, zu leben. Zu lachen. Zu weinen.
Du darfst du sein. Mit Ecken und Kanten.
Ich meine… da draußen laufen so viele Shitheads rum, und sogar die finden irgendwo Anschluss.
Also warum nicht wir?
Wir sind auch nur Menschen.
Menschen, die lieben und geliebt werden wollen.
Die wissen möchten, was Verständnis und Toleranz bedeuten.
Aber diese Art von Menschen ziehst du nicht an, wenn du selbst im inneren Dauer-Negativ-Modus bist.
Denn alles beginnt mit dem, was du denkst. Was du sagst. Was du fühlst.
Und bevor du jetzt denkst:
„Oh nee, kommt jetzt wieder so ne Energie-Tante mit ihrem Spirit-Zeug“ –
STOP.
Setz dich. Atme.
Jetzt sprich mal den Buchstaben M für 15 Sekunden aus.
Mach’s.
…
…
Spürst du das?
Diese kleine Vibration in dir?
Jetzt stell dir mal vor, das ganze Universum besteht aus Teilchen, die genau solche Wellen aufnehmen.
Wenn du nur negativ sprichst – wirst du negative Dinge sehen, anziehen, erleben.
Aber dreh den Spieß mal um.
Von:
„Ich schaffe gar nichts. Ich bin faul. Alle Menschen sind scheiße.“
Zu:
„Ich bin gut so, wie ich bin. Ich wachse. Schritt für Schritt. Jeder kleine Schritt ist ein Fortschritt.“
Ich hab das selbst erlebt.
Die erste Variante hat mich in meiner Negativität bestätigt –
hat mich mit noch mehr Zweifeln und miesen Menschen konfrontiert.
Variante zwei kam erst nach – keine Ahnung – 13.849 Nervenzusammenbrüchen, Krisen, Selbstsabotagen.
Aber sie kam.
Als ich endlich erkannt habe: Ich will leben.
Ich will diese Depression nicht mehr an der Hand halten.
Sie führt mich nirgendwohin – außer in Versuchung:
Die Versuchung, wieder die kleine, traurige Person zu sein, die sich in ihrer Komfortzone versteckt.
Aber weißt du was?
Es reicht.
Ich will lachen – mit dem Herzen.
Ich will mich freuen.
Ich will leben.
Fühlen. Im Moment sein.
Veränderung passiert nie über Nacht.
Aber du hast schon die Kraft – sonst wärst du nicht hier.
Du kannst stolz auf dich sein.
Du hast’s bis hierhin geschafft.
Allein, oft ohne Support. Ohne Familie. Ohne Netz.
Dass du diesen Text liest, zeigt:
Du willst was verändern.
Du kämpfst.
Jetzt bist du dran.
Widme dich dir.
Hör auf deinen Körper. Was brauchst du am meisten?
🕊️ Kleine Tipps für große Schritte
Tipp 1:
Erinnere dich – welches Obst hast du als Kind geliebt?
Geh raus. Hol dir genau das. Bereite es zu, als würdest du es deinem inneren Kind servieren.
Sprich mit deinem jüngeren Ich – so, wie du dir gewünscht hättest, dass jemand damals mit dir spricht.
Tipp 2:
Kümmer dich um deine Haut.
Klares Wasser, kalte Spritzer, Feuchtigkeit.
Ich hasse es und liebe es zugleich. Es weckt dich sanft aus dem Nebel.
Tipp 3:
Du bist nicht allein.
Wir sitzen alle irgendwo im selben Boot.
Ich war da. Ich weiß, wie es ist, auf „Stromausfallbasis“ zu leben ohne Eltern, ohne echte Freunde. Immer im Freeze oder Fight-Modus.
Aber du musst da nicht allein durch.
Es gibt Licht. Und es wartet auf dich.
Wenn du willst: Wir schaffen das. Gemeinsam. 🤍

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